Muss ich denn alles alleine tun und entscheiden!?

b-10… fragen sich viele Führungskräfte, wenn es darum geht, Mitarbeiter in Entscheidungen und deren Umsetzung aktiv einzubinden. Viele Mitarbeiter scheinen für solche Themen nicht gerade aufgeschlossen zu sein und verziehen sich lieber in ihre operative Arbeit.

Führungskräfte erkennen, dass es unklug ist, perspektivische Entscheidungen alleine zu treffen. Es gilt, eine Vielzahl von Aspekten in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen. Als Einzelne(r) ist man zu sehr in der Gefahr, wichtige Punkte außer Acht zu lassen.

Aber nicht nur in der Entscheidungsfindung, sondern auch in deren Umsetzung ist die Führungskraft auf die aktive Unterstützung der Mitarbeitenden angewiesen. Sie braucht Mitstreiter, die die längerfristige Ausrichtung des Unternehmens kennen und aus diesem Wissen heraus bei wichtigen Entscheidungen aktiv mit anpacken. Sind Chef/-in in der Umsetzung allein auf weiter Flur, erfolgt sie meist zu langsam oder nur in ihrem direkten Umfeld.

In der Zusammenarbeit mit mittelständisch geprägten Unternehmen und Organisationen haben die Unternehmenslotsen folgende Ursachen/Fehler ausgemacht, weswegen Führungskräfte häufig alles alleine entscheiden müssen:

1. Fehlende Freiräume, um systematisch etwas zu verändern.
Weil Führungskräfte zu stark im operativen Alltag eingebunden sind, bestehen weder Zeit noch Freiräume, systematisch etwas zu verändern. In stressigen Phasen bleibt das Gefühl, am Ende doch wieder alles alleine tun und entscheiden zu müssen.

2. Unklarheit, wer in strategischen Überlegungen und Entscheidungen aktiv miteinbezogen wird.
Ihre perspektivischen Überlegungen besprechen Führungskräfte häufig mit unterschiedlichen Mitarbeitenden. So wird mit jedem etwas anderes besprochen, eben das, was gerade aktuell ansteht. Dabei kommunizieren viele Führungskräfte ihre Erwartungen unklar. Mitarbeitende sehen sich dadurch als spontane Diskussionspartner, aber nicht, wie häufig erwartet, als strategische Sparringspartner.

3. Der gemeinsamen Entscheidungsfindung wird wenig Zeit eingeräumt.
Strategisches, planerisches Arbeiten ist in vielen Unternehmen eher ein Randthema. Weil der operative Alltag stark dominiert, bleibt kaum Zeit, um mit wichtigen Mitarbeitern einen Prozess der Entscheidungsfindung zu gehen. Also entscheidet die Führungskraft eben selbst. Warum sollten sich Mitarbeitende von sich aus, mit übergeordneten Themen beschäftigen, wenn sie in den Entscheidungsprozessen außen vor sind?

4. Entscheidungen werden wenig konsequent umgesetzt.
Die Wichtigkeit einer getroffenen Entscheidungen können Mitarbeitende daran erkennen, wie konsequent und verlässlich eine Führungskraft die von ihr verantworteten Umsetzungsschritte anpackt. Führungskräfte sind dabei aber oft wenig vorbildlich. Warum sollten Mitarbeitende sich bei Entscheidungsprozessen weiterhin aktiv beteiligen, wenn im Anschluss wenig davon umgesetzt wird?

Es wird wenig Unternehmen geben, in denen alle vier Ursachen vollumfänglich gegeben sind. Zumeist führen zwei bis drei Ursachen zu dem o. g. beschriebenen Frustgefühl der Führungskräfte. Die Erfahrung zeigt, dass, wenn die beschriebenen Fehler schrittweise und konsequent reduziert werden, spürbare Veränderungen nach sechs bis zwölf Monaten erlebbar werden.

Mehr Tipps zu dem Thema? Hier geht es zum YouTube Impuls-Webinar.

Marcus Hausner
Über den Autor
Marcus B. Hausner begleitet als Unternehmenslotse seit Jahren Inhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte auf ihrer Reise zu persönlichem und unternehmerischem Wachstum. Mit seinem Studium der Betriebswirtschaft in Stuttgart und der Beratungswissenschaft in Heidelberg ist es ihm als Lotse ein Anliegen, eine wertebasierte und wirksame Unternehmens- und Führungskultur in Organisationen zu stärken. Mit seinem komplementären Beratungsansatz verbindet er die Erkenntnisse jüngerer Systemtheorien, wie der Synergetik oder der Chaosforschung mit bodenständigem Know-how aus mehr als 15 Jahren Beratungsarbeit.