Managementkompetenzen für den Alltag | Teil 8: Innovation

August 03, 2015
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Wenn Veränderungen stattfinden, ist Anpassung nötig. Sich wandelnde Märkte, Kundenanforderungen, gesetzliche Rahmenbedingungen, Mitarbeiterdemographien … verursachen Innovationsdruck. Innovationen reagieren auf Veränderungen und bringen über Lösungsideen schließlich neue Leistungen und Produkte hervor. Was oftmals am Ende des Prozesses als ‚der große Wurf‘ wirkt, ist tatsächlich die lange Wegstrecke vieler kleiner Schritte. Führungskräfte haben die Aufgabe und die Verantwortung, eine Kultur der Innovation zu schaffen und zu stärken. Fünf Prinzipien schaffen die Voraussetzungen zu einer solchen Kultur.

  • Partnerschaft: Arbeiten Sie mit Ihren Leuten auf Augenhöhe. Jeder kann zur Innovation beitragen – unabhängig von Ausbildung und Vorerfahrungen.
  • Offenheit: Setzen sie ‚keine Grenzen‘. Auch Sie haben ihre eigenen Vorurteile. Hören Sie zu. Wechseln Sie bewusst die Perspektive, bevor Sie Ideen und Lösungen verwerfen.
  • Pragmatik: Führen Sie Ideen konkreten Maßnahmen und Verantwortlichkeiten zu. Geben Sie Raum für kreatives und wildes Nachdenken. Jedoch beenden Sie nie ein Treffen, ohne konkrete Vereinbarungen getroffen zu haben.
  • Konsequenz: Bleiben Sie dran! Setzen die vereinbarten Maßnahmen um. Lernen Sie aus den Ergebnissen. Erfolge, wie Niederlagen sind gleich wertvoll, weil sie Erfahrung aufbauen.
  • Wertschätzung: Gehen Sie mit sich und anderen wertschätzend um. In Teams, die wertschätzend miteinander umgehen, werden Ideen schneller weitergegeben, Niederlagen wirksamer verarbeitet und Entscheidungen schneller getroffen und umgesetzt.

 

Ein praktischer Ansatz, Innovationskultur zu leben, ist der PEPE-Prozess. Der PEPE-Prozess ist ein international bewährtes Werkzeug, um schnell, pragmatisch und zielführend Verbesserungsinitiativen durchzuführen. Bevor Sie in den PEPE-Prozess mit Ihrem Team mit dem Workshopblatt einsteigen, machen Sie sich zuerst mit den fünf Schritten zur Verbesserung vertraut. Sie können den PEPE-Prozess zu jedem Thema verwenden. Wichtig ist, dass Sie ein klares Thema formulieren. Sie gehen in fünf Schritten vor:

  1. Positive Erfahrungen beschreiben: Sammeln Sie gemeinsam mit den Kollegen die positiven Erfahrungen. Was lief und läuft gut? Wo sind wir stark? Was beherrschen wir sehr gut? Wofür sind wir bekannt?
  2. Engpässe sammeln: Nun sammeln Sie die Themen, die nicht gut laufen. Was lief und läuft unbefriedigend?
    Wo sind unsere Schwachstellen? Welche Fehler traten auf? Welche Missverständnisse sind entstanden?
    Was sagen unsere (internen) Kunden über uns, wenn sie auf unsere Schwächen angesprochen werden?
  3. Probleme entdecken: Angenommen, die beschriebenen Engpässe bleiben bestehen, mit welchen Konsequenzen i. B. auf Umsatz, Kunden, Mitarbeiter, … haben wir zu rechnen?
  4. Wichtigsten Engpass definieren: Nun betrachten Sie mit Ihren Kollegen wiederum die Engpässe und identifizieren einen Engpass, der sich leicht abstellen lässt und eine große Wirksamkeit hat.
  5. Erfolge schaffen: Formulieren Sie nun Maßnahmen, wie Sie den wichtigsten Engpass eliminieren mit Verantwortlichkeit und Zeitfenster.

 

Den PEPE-Prozess können sie regelmäßig durchführen als Auswertung erfolgter Aufgaben oder Projekte. Als regelmäßige Statusbesprechung und Entwicklung einzelner Themen. Innovation ist der Mut und die Konsequenz vieler kleiner Schritte. PEPE kann Ihnen dazu ein Geländer sein.

Download: Kurz-Workshop – Innovation

Marcus Hausner
Über den Autor
Marcus B. Hausner begleitet als Unternehmenslotse seit Jahren Inhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte auf ihrer Reise zu persönlichem und unternehmerischem Wachstum. Mit seinem Studium der Betriebswirtschaft in Stuttgart und der Beratungswissenschaft in Heidelberg ist es ihm als Lotse ein Anliegen, eine wertebasierte und wirksame Unternehmens- und Führungskultur in Organisationen zu stärken. Mit seinem komplementären Beratungsansatz verbindet er die Erkenntnisse jüngerer Systemtheorien, wie der Synergetik oder der Chaosforschung mit bodenständigem Know-how aus mehr als 15 Jahren Beratungsarbeit.