Management-Kompetenzen für den Alltag | Teil 7: Umgang mit Änderungen

Änderungen sind die einzige Konstante mit der wir rechnen können – heißt es – ist sicher auch so. Führungskräfte haben gelernt, mit Änderungen umzugehen. Sei es aktiv, indem sie selbst Änderungen auslösen oder passiv, indem sie Wege finden konstruktiv mit ‚erfolgten‘ Änderungen umzugehen. Gerade der ‚passive‘ Aspekt ist jedoch herausfordernder. Selbst Veränderungen auszulösen ist meistens leichter, als Betroffener von erfolgten Veränderungen zu sein. Aus der Stresstheorie wissen wir, dass es nicht die Situation selbst ist, die Stress, also Belastung beim Menschen verursacht, sondern die Beurteilung und somit die Bewertung der Situation.

Wenn wir dies nun auf den Umgang mit Veränderungen übertragen ist es also unsere Bewertung, die darüber entscheidet, wie wirksam wir mit Änderungen umgehen können. Unsere Haltung bestimmt maßgeblich wie wir uns dann Ver-Halten. Ich erkenne, wie Führungskräfte hier grundsätzlich zwei verschiedene Muster an den Tag legen.

Chancen entdecken und ergreifen
Das Chancen-Denken konzentriert sich auf die Möglichkeiten einer Situation. Es geht hier nicht um positives Denken oder romantischen Optimismus, sondern um das reale Ausloten des eigenen Gestaltungsraumes und der persönlichen Einflussmöglichkeiten. Dies kann immer geschehen und hält mich als Führungskraft in der aktiven und gestaltenden Rolle. Solange ich handeln kann, solange kann ich lernen. Solange kann ich neue Erkenntnisse gewinnen. Das wiederum erhöht meine Chancen, Änderungen positiv zu beeinflussen.

Risiken befürchten und vermeiden
Das Risiko-Denken setzt auf Vermeidung und Kontrolle. Führungskräfte, die so handeln sind entscheidungsscheu und sich absichernd nach allen Seiten. Zeit und Kraft wird auf Vermeidung, anstatt auf Lösung verwendet. Das Handeln ist passiv, reaktiv, anstatt gestaltend zu sein. Diese Haltung führt zu Demotivation und Perspektivlosigkeit. Die empfundene Situation ist dann der neue Status Quo, ohne dass man selbst und das Team echte Energie hat, die Aufgaben zu bewältigen. Ein Rückzug auf Raten, an dessen Ende nicht selten Resignation und Zynismus stehen.

Diese beiden zugegeben recht holzschnittartig beschriebenen Haltungen sind wegweisend für Ihren wirksamen Umgang mit Veränderungen. Wir kennen beide Wege und wir sind schon beiden Haltungen und deren Ver-Halten gefolgt. Als Erwachsene jedoch , können wir in jeder Situation neu unsere Haltung wählen. Diese Wahl steht uns täglich und in jedem Moment zur Verfügung. Es ist ein Akt wirksamer Selbstführung, sich in den Veränderungen die Chancen bewusst zu machen und den Rahmen einer positiven Gestaltung zu klären. Für den Rest gilt, was die Amerikaner lakonisch ein einem 3-Satz-Tipp formulieren. Change ist! Love it!“ Leave it! Egal, was Sie tun. Tun Sie es bewusst und übernehmen Sie die Verantwortung dafür.

Download: Kurz-Workshop – Umgang mit Änderungen

Marcus Hausner
Über den Autor
Marcus Hausner begleitet als Unternehmenslotse seit Jahren Inhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte auf ihrer Reise zu persönlichem und unternehmerischem Wachstum. Als Lotse ist es sein Anliegen eine wertvolle und wirksame Unternehmens- und Führungskultur in mittelständischen Organisationen zu etablieren und zu stärken. Seit 1999 hat sich der der Gründer des ‚AK Personalentwicklung‘ an der Berufsakademie Stuttgart einen Namen im Bereich des ‚instrumentierten und handlungsorientierten Lernens‘ gemacht.