Management-Kompetenzen für den Alltag | Teil 2: Umgang mit sich selbst – Selbstverantwortung

Führungskräfte sind Menschen, die sich zum heute ein besseres Morgen vorstellen können und dafür die Verantwortung übernehmen. Selbstverantwortung ist die positive Reaktion der eigenen Werte und Überzeugungen auf die Anforderungen von außen. Was ist das Gegenteil? Die Amerikaner nennen es ‚the blame game‘. Also das Verteilen von Schuld oder Verantwortung an Dritte. Wenn Menschen, insbesondere Führungskräfte, Verantwortung übernehmen richten sich Menschen daran aus. Es stärkt ihre Glaubwürdigkeit und ihre Position. Verantwortungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstheit können eingeübt und gestärkt werden.

Die Voraussetzung für einen eigenverantwortlichen Führungsstil ist die Klarheit über die eigenen Werte sowie das Erkennen der Anforderungen der Arbeitssituation. Das letztere ist in der Regel leicht zu erkennen. Projekte drohen aus dem Ruder zu laufen, menschliche Konflikte eskalieren, die Umsatzzahlen stimmen sorgenvoll, … Wichtiger Ansatzpunkt deshalb sind die persönlichen Überzeugungen und Werte, die mein Denken und Handeln bestimmen. Warum?

  • Werte richten aus: Wie ein Kompass der zuverlässig Norden anzeigt, fixieren Werte das wirklich Wesentliche. Moden, Trends kommen und gehen. Bewusste Werte bringen Ruhe und Klarheit in die eigenen Entscheidungen.
  • Werte schaffen Kultur: Werte verbinden Menschen, sie schaffen ein gemeinsames Ethos. Werte bestimmen die Kultur einer Gruppe, unabhängig von einzelnen Personen.
  • Werte geben Profil: Wenn wir konsistente Entscheidungen treffen, dann sind wir wahrnehmbar für Menschen. Führungskräfte sind damit im guten Sinne des Wortes berechenbar für ihr Umfeld.

Menschen, die über ein geklärtes Wertesystem verfügen, treffen eher Entscheidungen auf der Grundlage stabiler Überzeugungen, anstatt aufgrund kurzatmiger Bedürfnisse. Wie klären sich Wertesysteme? Durch bewusste Reflexion und das Durchstehen und Auswerten von Krisen. Die Herausforderungen kommen von alleine. Reflexion ist aktiv zu betreiben. Stimulierende Fragen für eine bewusste Reflexion können die folgenden sein:

  1. Welche nicht verhandelbaren Standards an Ehrlichkeit und Integrität werden Sie sich setzen? In welchen Situationen neigen Sie dazu, Verantwortung abzulehnen, und wie könnten Sie dann eigenverantwortlicher reagieren?
  2. Stellen Sie sich selbst Fragen wie „Was kann ich aus dieser Situation lernen?“ Wann neigen Sie dazu aufzugeben, wenn nur etwas Durchhaltevermögen und Optimismus Sie zum Ziel bringen würde?
  3. Nur wenn Sie selbst die Verantwortung für Ihre Entscheidungen übernehmen, haben Sie wirklich Grund, optimistisch zu sein … Sie üben die Kontrolle über Ihr Leben aus und überlassen dies nicht anderen. Wie leben Sie diese These?

Heute führungskompetent zu handeln bedeutet zuerst in der Lage sein sich selber zu führen. Wir haben in der vergangenen Ausgabe über Selbstachtsamkeit gesprochen. Selbstverantwortung resultiert aus wachsender Achtsamkeit und mündet in bewusstes umgehen mit den eigenen Gedanken, Emotionen und dem eigenen Handeln. Damit werden wir in den kommenden Ausgaben weitergehen.

Kurz-Workshop – Selbstverantwortung